Veranstaltung
Bolivien - das Ende eines emanzipatorischen Projekts
05.11.2026, 19:30 Uhr
Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
Vortrag mit Bernd Löffler
Ende 2005/2006 übernahm der indigene Gewerkschaftsführer Evo Morales aus der "Bewegung zum Sozialismus" (MAS) nach einem klaren Wahlsieg die Regierung in La Paz.
Morales hatte seinen Sieg den indigenen Bewegungen gewidmet und versprach, in ihrem Sinne zu regieren. In der Folge wurden u.a. zahlreiche soziale und ökologische Reformen durchgeführt, die Rechte der lange unterdrückten Indigenen gestärkt und internationale Konzerne enteignet.
Doch nach mehreren erneuten Wahlsiegen veränderte sich der Charakter der Regierung Morales: Weg von einem emanzipatorischen Charakter - hin zu selbstgerechtem und selbstgefälligem Agieren. Zeitgleich verschärfte sich durch die geringeren Einnahmen des Staates auch die wirtschaftliche Situation. Die Spaltung der MAS 2024 tat ein Übriges. Die Folge: Bei den Wahlen Ende 2025 verlor die MAS haushoch.
Die Hintergründe und Folgen dieser Niederlage, die Proteste im Frühjahr 2026 und die weiteren Entwicklungen in Bolivien werden vorgestellt und diskutiert.