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Bildungsprogramm

09.04.2019, 18:00 Uhr, veto (Magdeburger Allee 180, Erfurt)
Podiumsdiskussion »Perspektiven von Besetzungen«


11.04.2019, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Der ganze Südosten ist unser Hinterland


12. - 14. April, München
Bildungsreise „Die bairische Revolution und Räterepublik 1918/19“


18.04.2019, 18:00 Uhr, veto (Magdeburger Allee 180, Erfurt)
»Das war unser Haus« -- Lesung und Konzert anlässlich des 10. Jahrestags der Räumung des Topf&Söhne-Geländes


09.05.2019, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Jugoslawien - das Ende des deutschen Pazifismus


11.06.2019, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Die Balkanisierung Jugoslawiens


11.07.2019, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Satan Panonski - Widersprüche des Jugopunk


11.04.2019, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Der ganze Südosten ist unser Hinterland
150 Jahre deutscher Politik gegen einen jugoslawischen Staat

Seit Beginn der deutschen Nationalökonomie wurde Südosteuropa als abhängiges Ergänzungsgebiet eines großdeutschen Reiches verplant. Bereits in den Debatten der Frankfurter Paulskirchenversammlung von 1848 wurde die Verhinderung eines eigenständigen, wirtschaftlich starken jugo-(das heißt süd-)slawischen Staates als zentrales Ziel deutscher Politik propagiert. Im August 1914 zogen deutsche und österreichische Soldaten mit der Parole „Serbien muss sterbien“ in den Ersten Weltkrieg. Nach der Kriegsniederlage des wilhelminischen Kaiserreiches erfolgte die Gründung Jugoslawiens nicht zuletzt als Widerstandsakt gegen den „deutschen Drang nach Ostem“. Doch die deutschen Bombenangriffe auf Belgrad im April 1941 führten zur Zerschlagung des ersten jugoslawischen Staates. Nach der Rückeroberung Belgrads durch die Tito-Partisanen und die Rote Armee und dem Sieg der Alliierten über den Nationalsozialismus erfolgte die zweite Gründung Jugoslawiens als Sozialistische und Föderalistische Republik. Die Wiedervereinigung und die Wirtschaftskrise Jugoslawiens in den 1980er Jahren ermöglichte der Regierung unter Kohl und Genscher ein Anknüpfen an die Pläne des Kaiserreiches und des Nationalsozialismus. Die von ihr durchgesetzte staatliche Separierung Sloweniens und Kroatiens bedeutete die zweite Zerschlagung Jugoslawiens und hatte den Bosnien-Krieg von 1992-95 und den Kosovokrieg von 1999 zur Folge.

Klaus Thörner ist Autor des Buches „Der ganze Südosten ist unser Hinterland“. Deutsche Südosteuropapläne von 1840 bis 1945 (ça ira, 2008). Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Kunst, Spektakel & Revolution" und wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.