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Bildungsprogramm

15.09.2017, 20:00 Uhr Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes


21.09.2017, 20:00 Uhr Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Vom prophetischen Schrecken der Revolution


28.09.2017, 20:00 Uhr Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Ein Riss ist in der Welt


07.10.2017, 14:00 Uhr Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Ein Blick zurück


12.10.2017, 20:00 Uhr Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
»… versunken im Schlamm des Trauerbachs«


19.10.2017, 20:00 Uhr Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Reconstructed Line #3


09.11.2017, 20:00 Uhr Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Von der künstlerischen Komposition zur ästhetischen Abstraktion


28.09.2017, 20:00 Uhr Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Ein Riss ist in der Welt
Vortrag von Jörg Finkenberger über Romantik und Revolution

Die Romantik, die erste moderne Avantgardebewegung, gilt zu Unrecht als prinzipiell rückwärtsgewandt. In den Ländern, in denen sie zuerst entsteht, Deutschland und England, kann sie viel genauer beschrieben werden, wenn man sie unter dem Blickwinkel ihrer kritischen Sympathie mit der französischen Revolution betrachtet, auf derem Höhepunkt sie entsteht. Die revolutionären Sympathien der frühen Romantiker sind nicht individuelle Zufälle, sondern reichen ins Innerste der Neuen Schule. Sie nimmt die epochale Erschütterung nicht nur von aussen auf, um sie zu verarbeiten, sondern betrachtet sich selbst, ihre Philosophie, Kunst und Wissenschaft als integralen Bestandteil eines revolutionären Programms, das beitragen soll, die Revolution vor ihrem Versagen zu retten, indem sie über ihre Beschränkung hinaustreibt. In diesen Kreisen wird das Problem der Erneuerung, man könnte fast sagen: der Gründung einer Gesellschaft radikaler betrachtet als jemals vorher, und lange nachher. Wie und warum es dazu kam, dass dieses Bild unter der Restaurationszeit sich verdunkelte, obwohl die Impulse dieser revolutionären Avantgardebewegung bis zu uns sich messbar fortsetzen, das versucht der Referent zu zeigen, erst mit gemischten Ausführungen über die Erkenntnistheorie, Poetologie, Politik, Philologie und Erotik der Romantiker, dann mit einigen biographischen und historischen Bemerkungen, zuletzt unter Rückgriff auf das Bild des »Risses in der Welt«, das sich durch die ganze romantische Schule und alle spätere Moderne zieht, und welcher Riss, wie zu zeigen sein wird, derselbe Riss ist wie in Brechts »Lied vom Klassenfeind«.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kunst, Spektakel & Revolution". Die Reihe ist eine Kooperation der ACC Galerie mit dem Bildungskollektiv BiKo e.V. und wird gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.